Die Geschichte der Chirurgie
Steinzeitlegenden zufolge sollen Menschen bereits Arme und Beine amputiert worden sein. Funde belegen dies. Ist dies der Beginn – der „Grundstein“ - der Medizin? 5500 bis 4900 vor Christus soll es tatsächlich zu einer Schädeloperation gekommen sein. Es ist schwer zu glauben, dass die Patienten diese Operation ohne Penizillin überlebt haben.
Die Chirurgie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch direkte, manuelle oder instrumentelle Einwirkung auf den Körper des Patienten (Operation) befasst.
Das Wort „Chirurgie“ ist aus zwei Teilwörtern zusammengesetzt, nämlich aus altgr. χείρ, „Hand“, und εργον, „Werk“, „Arbeit“. Wörtlich übersetzt ist ein Chirurg also ein „Handarbeiter“. Chirurgie umfasst die Schwerpunkte Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie, Neurochirurgie und Viszeralchirurgie. Daneben gibt es noch die Allgemeinchirurgie, die mehrere der vorgenannten Schwerpunkte mit Hauptgewicht auf der Viszeralchirurgie vereint und häufige chirurgische Krankheitsbilder zum Gegenstand hat. Allerdings wird von mehreren Ärztekammern in Deutschland häufig die Abschaffung der Allgemeinchirurgie diskutiert.
Im deutschen Sprachraum sind Herzchirurgie, Neurochirurgie, Kinderchirurgie, Kieferchirurgie, plastische Chirurgie/ Schönheitsoperationen, Unfallchirurgie und theoretische Chirurgie eigenständige Fachgebiete. Durch die verschiedenen Unterdisziplinen zieht sich die Methodik der minimal-invasiven Chirurgie. Dabei werden Patienten - wenn möglich - ohne größere Schnitte operiert. Der Chirurg muss daher über einen Bildschirm operieren und kann lediglich Geräte von außen bedienen. In der Chirurgie werden krankhafte Organe vollständig (Ektomie) oder teilweise (Resektion) entfernt. Verstopfte Organsysteme werden wieder durchgängig gemacht. Es werden neue Organe oder Prothesen implantiert.
Der Begriff Chirurgie wird oft dazu verwendet, die Fachabteilung innerhalb eines Krankenhauses oder die spezielle Einzelklinik in einem Klinikum zu bezeichnen.
Ölgemälde, John Quincy Adams, 1917
Im OP-Saal, heute
Vor Ausbildungsbeginn sind ein allgemeinärztliches Gesundheitszeugnis und ein hautärztliches Attest vorzulegen. Die ersten 4 Monate sind eine Probezeit, in der sich die Schüler bewähren müssen.
Die Ausbildung
Mit dem Auszubildenden für den Beruf „Operationstechnische/r Assistent/in“ wird bei entsprechender Eignung ein Ausbildungsvertrag mit der Hufeland Klinikum GmbH abgeschlossen. Die schulische Ausbildung erfolgt an der Staatlichen Berufsschule in Weimar. Die Praxiseinsätze werden von den Auszubildenden in den jeweiligen Fachbereichen unseres Klinikums geleistet. Besteht diese Möglichkeit nicht, können die Einsätze auch in den beteiligten Verbundkrankenhäusern absolviert werden. Praxisanleiter sichern eine qualifizierte Unterstützung bei der praktischen Umsetzung des in der Theorie Gelernten. Ein qualifizierter Abschluss der Ausbildung am Hufeland Klinikum sichert auch dauerhafte Beschäftigung.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst
eine Mindeststundenzahl von 1.600 Stunden theoretischen Unterrichts sowie eine praktische Ausbildung von mindestens 3.000 Stunden. Die Grundlagen bilden die Anatomie und Physiologie, Arzneimittellehre, Physik und Chemie. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Berufsfächern allgemeine und spezielle Krankheitslehre, Chirurgie, Mikrobiologie, Hygiene, Operationslehre, Ambulanzarbeiten.
Da der Auszubildende im Normalfall keine Kenntnisse in Krankenpflege besitzt, werden auch die Themen der allgemeinen Krankenpflegeausbildung angerissen. Da der spätere Tätigkeitsschwerpunkt des
Auszubildenden aber in der OP-Assistenz liegt, ist dieser Bereich nur mit Grundlagenkenntnissen abgedeckt.
| Die theoretische Ausbildung (2.100 Stunden) |
|---|
| allgemeine und spezielle Operationslehre
|
| Anatomie/Physiologie |
| Grundlagen der Anästhesie/ Notfallversorgung |
| Arzneimittellehre |
| Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde |
| Lernmethodik |
| Hygiene und medizinische Mikrobiologie |
| Krankheitslehre/Krankenpflege |
| Krankenhausbetriebslehre |
| Radiologie |
| Psychologie, Soziologie |
| Chirurgie |
| Physik und Chemie |
| Sozialmedizin |
| Arzneimittellehre |
| Unfallverhütung |
| Praktische Ausbildung (2.500 Stunden) |
|---|
| Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie,
Orthopädie, Gynäkologie oder Urologie,
Gefäßchirurgie, Augenchirurgie,
plastische Chirurgie, Hals-Nasen-
Ohren-Chirurgie, Thoraxchirurgie, Neurochirurgie und andere |
| Ambulanz/Notfallaufnahme |
| Zentralsterilisation |
| Endoskopie |
| Pflegepraktikum auf einer Station eines chirurgischen Fachgebietes |
Operationsabteilung (OP)
Während der 3 Jahre sind Sie in verschiedenen chirurgischen Fachbereichen eingesetzt. Viele Fragen können Sie nach Ihrem Einsatz beantworten, z. B.:
- Wie gestaltet sich der Arbeitsablauf im OP?
- Wie muss der Patient im OP-Saal vorbereitet werden?
- Wie erfolgt die Koordination zwischen Springer und Instrumentierendem?
Sie lernen die spezifischen Bereiche Traumatologie, Viszeralchirurgie, Gynäkologie oder Urologie kennen. Daneben erfahren Sie Besonderheiten aus dem Bereich der Augen-, Haut- und HNO-Chirurgie.
Für sechs Wochen werden Sie in einer chirurgischen
Ambulanz eingesetzt. Sie erhalten
Einblicke in die vielfältigen Aufgabengebiete und die notwendige Arbeitsorganisation.
Sie unterstützen die Pflegekräfte vor Ort und lernen u. a., Patienten aufzu-nehmen, Vorbereitungen,
Assistenz und Nachbereitung bei
verschiedenen Wundversorgungen vorzunehmen.
Ebenso das Anlegen von Gipsverbänden
und die Zusammenarbeit mit anderen
Berufsgruppen. Sie werden mit Ängsten und
Schmerzen von Menschen aller Altersgruppen
konfrontiert und können Ihre sozialen und kommunikativen
Kompetenzen im direkten Kontakt
weiterentwickeln.
Sie lernen verschiedene Möglichkeiten der
Assistenz und Nachbereitung bei diversen
diagnostischen und thera-peutischen Endoskopien
kennen. Je nach Ausbildungsstand
und persönlichen Kompetenzen können Sie
unter Aufsicht vorbereiten und ggf. assistieren.
Die notwendige Informationsvermittlung
gegenüber dem Patienten stellt Anfor-derungen an Ihr Wissen und Ihre Kommunikation.
Sie erhalten einen Einblick in die Komplexität der Instrumenten-aufbereitung. Thermolabile Materialien und Instrumente sachgerecht aufzu- bereiten, auf Funktionstüchtigkeit hin zu
überprüfen und zu verpacken, sind Schwerpunkte
während des Einsatzes in der Zentralsterilisation.
Damit Sie einen Einblick in die arbeits-organisatorischen
Abläufe vor und nach einer Operation
erhalten, absolvieren Sie einen praktischen
Einsatz auf einer chirurgischen Station.
Hier lernen Sie, Patienten zur Operation vorzu-bereiten
und spezifische Aspekte bei der postoperativen Versorgung zu beachten - im
direkten Kontakt mit den Patienten. Das Wissen
um Zusammen-hänge unterstützt Sie dabei,
Ihren Arbeitsbereich im Kontext anderer Arbeitsbereiche im Krankenhaus wahr- zunehmen
und eine gute Kooperation und Zusammenarbeit
zu gewährleisten.