Was macht ein Anästhesietechnischer Assistent?
Das Wort Anästhesie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Unempfindlichkeit. In der Medizin wird die Anästhesie eingesetzt, um die Schmerzempfindung von Patienten auszuschalten, besonders während Operationen. Bei medizinischem Interesse und Faszination für Operationen und Narkosen, könnte der Beruf des Anästhesietechnischen Assistenten genau das Richtige sein.
OP- Vorbereitungen
Damit ein Patient während einer Operation nicht vor Schmerzen umkommt, ist eine Anästhesie unabdingbar. Als Anästhesietechnischer Assistent (kurz: ATA) arbeiten Sie mit Fachärzten zusammen und assistieren ihnen bei der Vorbereitung und Durchführung der Narkose. Die Arbeit erfolgt in ambulanten Operationszentren, allgemeinen Krankenhäusern oder auch im Universitätsklinikum.
Die Aufgabe des Anästhesietechnischen Assistenten ist es, vor der OP den Operationssaal einsatzbereit vorzubereiten, indem Sie zum Beispiel Beatmungsgeräte und Infusionsflaschen bereitstellen.
Er betreut den Patienten vor, während und nach der Operation und kontrolliert seine physische Verfassung.
„Bitte zählen Sie von zehn aus rückwärts!“ Diesen Satz hören viele Patienten, wenn sie auf dem Operationstisch liegen und die Narkose eingeleitet wird.
Nach den Vorgaben des Facharztes bzw. Anästhesisten, stellen der Assistent für ihn die vorgegeben Dosis Narkosemittel bereit und begleitet den Patienten durch die OP. Es ist seine Aufgabe, den Kreislauf und die Atmung des Patienten während des gesamten Eingriffs zu überwachen, damit bei Komplikationen schnell reagiert werden kann.
Dokumentation und Hygiene
Eine weitere Aufgabe ist die Dokumentation des Verlaufs der Anästhesie und die Entsorgung von Dingen wie Abdecktüchern und Einwegmaterialen nach der OP. Der Anästhesietechnische Assistent achtet stets auf die Hygiene im OP-Saal, desinfiziert und wartet medizinische Geräte und Instrumente. Nach der OP ist er für die Überwachung und Betreuung des Patienten zuständig, zum Beispiel während er im Aufwachraum liegt.
Vor Ausbildungsbeginn sind ein allgemeinärztliches Gesundheitszeugnis und ein hautärztliches Attest vorzulegen. Die ersten 6 Monate sind eine Probezeit, in der sich die Schüler bewähren müssen.
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Mit dem Auszubildenden für den Beruf Anästhesietechnische/r Assistent/in wird bei entsprechender Eignung ein Ausbildungsvertrag mit der Hufeland GmbH abgeschlossen.
Teile der Ausbildung
Die Ausbildung besteht aus
1. theoretischem Unterricht,
2. praktischem Unterricht und
3. einer praktischen Ausbildung.
Der zeitliche Anteil der Ausbildung unterteilt sich in
1. mindestens 2.100 Stunden an theoretischen und praktischen Unterricht und
2. mindestens 2.500 Stunden praktischer Ausbildung.
Theoretischer Teil der Ausbildung
Der Theorieteil findet häufig als Blockunterricht statt. Auf dem Lehrplan stehen 18 Fächer. Darunter
- Anatomie,
- Anästhesie,
- Arzneimittellehre,
- Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde,
- Chemie, Hygiene,
- Intensivmedizin, Krankenhausbetriebslehre,
- Lehr- und Lernmethodik,
- Mikrobiologie,
- Physiologie,
- Psychologie,
- Physik,
- Reanimation/Erste Hilfe,
- Radiologie/Strahlenschutz und
- Soziologie/Sozialmedizin.
Praktischer Teil der Ausbildung
Obligatorische Praxiseinsätze finden in der
- Abdominalchirurgie,
- der Gynäkologie/dem Kreißsaal,
- der Traumatologie/Orthopädie und
- der Urologie statt.
Weitere Praxiseinheiten in Wahlfachgebieten:
- Anästhesie bei Kindern,
- Augenchirurgie,
- HNO,
- Gefäßchirurgie,
- Herzchirurgie,
- Kieferchirurgie,
- Neurochirurgie oder
- Plastische Chirurgie.
Darüber hinaus lernt man als angehender Anästhesietechnischer Assistent die Ambulanzen/Notaufnahmen, den Bereich Ambulantes Operieren, den Aufwachraum, die Chirurgische Pflegestation/Intensivstation, die Endoskopie, den Operationsdienst, die Schmerzambulanz sowie die Zentralsterilisation kennen.
Um zur Prüfung zugelassen werden zu
können, muss der Auszubildende alle theoretischen
und praktischen Leistungsnachweise
innerhalb der drei Jahre erbracht haben.
- Bewertung der Praxiseinsätze durch
die jeweiligen Praxisanleiter/innen
in Zusammenarbeit mit der
Bereichsleitung
- Klausuren
- Vermittlung von Kenntnissen im
Strahlenschutz für medizinisches
Assistenzpersonal
Über die erfolgreiche Teilnahme erhält der
Auszubildende abschließend ein Zertifikat
und die Erlaubnis zum Führen der Bezeichnung
„Anästhesietechnischer Assistent/in“
(DKG)
Am Ende der Ausbildung steht eine umfangreiche Abschlussprüfung. Sie besteht aus einem vierstündigen praktischen Test, einer mündlichen Prüfung und einem zweittägigen schriftlichen Examen.
Eine Wiederholung jedes nicht bestandenen
Teils der schriftlichen,
mündlichen oder praktischen Prüfung ist
möglich. Wichtig ist, dass die praktische
Prüfung oder die gesamte Prüfung nur nach
Teilnahme an einer weiteren Ausbildung wiederholbar
ist, deren Dauer und Inhalt vom
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses festgelegt
werden.
Wir geben unseren Auszubildenden alle
Mögliche Unterstützung zum Erreichen eines
optimalen Prüfungsergebnisses.